3.Juli, Stadtarchiv, Im Rad

Ausstellungseröffnung

"Lord Blummekohl" - 100. Todestag Franz Bossong

Der Autor, Buchhändler, Verleger und Mundartdichter Franz Bossong entstammte der alt eingesessenen Bäckerfamilie Bossong. Sein Elternhaus, die Bäckerei Adam Bossong in der Kirchgasse 58, am 1. April 1837 gegründet, stand noch bis in die 1970er Jahre. Der legendäre „Bäcker Bossong“, das Urbild des „Virreche“, war sein Vater Jean Bossong. Franz Bossong starb nach einem wechelsreichen Leben mit 42 Jahren am 11. Juli 1914 im Haus Roonstraße 17 in Wiesbaden.

Die Wiesbadener Historikerin Brigitte Forßbohm ist Fachfrau für Leben und Werk des vielseitig begabt und tätigen Nassauers, der sich beispielsweise auch für die Entwicklung und Förderung der Taubstummensprache eingesetzt hat. Die schon länger geplante Austellung zum hundertsten Todestag von Bossong bekam gegen April noch einen besonderen Kick, da ein Enkel in Freiburg ausfindig gemacht wurde. Zu den vorhandenen kleinen Beständen aus der heimischen Bäckerdynastie kamen jetzt weitere Dokumente. "Wir wußten bisher nicht genau wie Bossong aussah", berichtete Forßbohm. Durch die nun vorliegenden Fotos eines glänzend aussehenden jungen Herren aus der Gründerzeit, kann man erahnen, warum Franz Bossong den Spitznamen "Lord Blummekohl" erhielt, denn er war ein Elegant seiner Zeit. Sogar in Paris hat er zusammen mit einerm seiner vier Brüder, der Schneider war, eine Zeit lang gelebt. Nicht die Karriere, sondern offenbar der Zwist mit seiner Ehegattin Josephine ließen den Publizisten samt Sohnemann Fränzchen ins Ausland flüchten.

Neben den Virtinen und Aushängen gibt es auch Bossong "aufs Ohr". Aus den witzigen Kopfhörern im Stil uralter Telefonhörer ertönen Gedichte und Texte, die im gut verständlichen Bossong'schen "Wissbadnerisch" geschrieben wurden. Der satirische Blick Bossong auf die Kurstadt und ihre Einwohner und Gäste verblüfft durch seine inhaltliche Haltbarkeit. Die 1897 in Briefform erzählte Vision von Wiesbaden im Jahre 2000 zum Thema Bauwesen trifft immer noch ins Schwarze: Die umliegenden Vororte sind eingemeindet worden, die zweite Brücke nach Mainz ist gebaut, den neuen "Centralbahnhof" gibt es, ein neue "Stadthalle" an der Schwalbacherstraße wird eben eröffnet. Natürlich liegt das Dern'sche Gelände "immer noch unbebaut da!"

Fotos: Begrüßung Dr. Streich/ Stadtarchiv, Referentin Forßbohm, Exponate, Forßbom und zwei Bossongs Freiburg und Wiesbaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 12. Juli

Närrisch am Wallufer Platz, und orientalisch in der Ringkirche

Glück mit dem Wetter hatte der Karneval Club Rheingauviertel. Mittags schob sich endgültig die Sonne durch zum Sommerfest mit Flohmarkt. Das Orgateam hatte wie immer Zeltaufbau, Grillwürstchen und Kuchen im Team flott aufgebaut. die Kundschaft beim Kinder schminken kam diesmal etwas später als sonst. Nach den fiesen Gewittertagen hatte erstmal Austoben auf dem Spielplatz Vorrang.

Die Kinder der Ringkirchengemeinde hatten in wochenlangen Proben eine Musical-Variante vom "Josef und seine Brüder" einstudiert. Unter der Leitung von Kirchenmusikchef Hans Kielblock musizierte ein kleines Orchester. Das zahlreiche Ensemble wurde von den vielen Zuschauern mit viel Applaus bedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommerfest des Karneval Club Rheingauviertel

 

 

 

 

 

 

 

 

"Josef und seine Brüder", Ringkirche

Sonntag 13. Juli

Eröffnungsfest auf dem Christa-Möring-Platz im Künstlerinnen-Viertel

Das traditionelle Eröffnungsfest der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn fand diesmal auf dem erst drei Jahren bestehenden Christa-Möring-Platz statt. Das Wetter zeigte sich feucht, aber nicht kühl. Außerdem war die kleine Bühne und auch der Zuschauerraum vorsorglich überdacht. Danke an das Kulturamt und Brentanos Erben! Pizza, Bratwurst, Kuchen, eis und Getränke konnten die Zuschauer sich beim Bistro Piazza DaVinci bestellen. Für deutschen und irischen Mittelalterfolk sorgte das Trio Dreykant. Christian Morgensterns launige Texte trug das Trio Dichterpflänzchen vor. Der "Internationale Frauenstadteilchor" stimmte Volkslieder aus Übersee, Serbien und Brasilien an. Für Kinder war geschützt unter dem Balkom des Wohnstifts Lena eine Bastelstation eingerichtet. Die Kunstwerker hatten Papiere, Farben und Holz mitgebracht. Es konnten Mobilies, Bilder oder Farbkreisel her gestellt werden. Neben den Kindern waren viele Väter engagiert bei der Sache. Kurz vor Veranstaltungsschluß am Nachmittag kam dann doch noch ein heftiger und superkurzer Regenschauer. Alle blieben trocken und gelassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ortsbeiratsvorsteherin Angelika Kopp begrüßte als erstes die zahlreich erschienen Gäste. Dreykant spielt auf. Das Dichterpflänzchen zitierte Gedichte von Christian Morgenstern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Interntationale Frauenstadtteilchor präsentierte internationale Volkslieder. Bunter Kinder-Kunst unter Dach und Fach.

Führung durch das Europaviertel

Nachrichten Wiesbaden 15.07.2014

Helmut Arnold führt bei den Kulturtagen des Rheingauviertels / Hollerborn durch das Wiesbadener Europaviertel

Im Europaviertel erinnert Helmut Arnold (Mitte) an die Zeit, als das Areal an der Schiersteiner Straße militärisch genutzt wurde.
Foto: RMB/Heiko Kubenka

Von Katharina Korbach

WIESBADEN - „Das Europaviertel hat einen ganz besonderen Charme“, findet Helmut Arnold. „Durch die Nähe zur Innenstadt und den reduzierten Verkehr kann man hier optimal wohnen.“ Der 63-Jährige leitet die Führung unter dem Motto „Historisches und Aktuelles im Europaviertel“, die im Rahmen der 3. Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn stattfindet. Sein Wissen über das Viertel hat Arnold zum einen durch seine Arbeit im Ortsbeirat, dem er seit 1996 angehört, und zum anderen durch persönliche Kontakte angesammelt. „Ich habe viele Freunde im Viertel, die mir regelmäßig von ihrem Leben hier berichten“, erzählt er.

(.). Von der Homburger Straße aus führt er Interessierte durch Wohngebiete, vorbei an amerikanischen Kasernen und über Kinderspielplätze. Anhand von Beispielen soll die Entwicklung des Europaviertels greifbar gemacht werden. So weist Arnold zum Beispiel auf ein Gebäude hin, das heute ein Wohnhaus ist, in der Vergangenheit aber schon als Offizierskaserne sowie als jüdisch-orthodoxes Gemeindezentrum genutzt wurde. „Die Geschichte wird durch den Rundgang sehr anschaulich“, findet eine Teilnehmerin. „Ich fahre häufig mit dem Fahrrad durch das Europaviertel und wollte schon immer mehr über die Hintergründe dieser schönen Gegend erfahren.“

Am Ende der Führung durch das Viertel, in dem heute etwa 1600 Wiesbadener leben, findet eine Abschlussdiskussion am Christa-Moering-Platz statt. Rolf Haker findet, dass sich die Teilnahme gelohnt hat. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel es vor der Haustür zu entdecken gibt“, sagt der 75-Jährige, der im anliegenden Künstlerviertel wohnt. (.).

 

Mittwoch , 16 Juli

MiR-Mord im Rheingauviertel

Schon zu dritten Mal hatte der Publizist Alexander Pfeiffer Wiesbadener Krimiautoren zu Lesung und Plausch in den WeinLänder im Rheingauviertel eingeladen. Vor gut besuchtem Auditorium stellte Susanne Kronenberg ihr neustes Buch "Totengruft" vor. Ihre Hobby-Detektivin Norma Tann wird Zeugin beim Auffinden einer seit Jahrzehnten in einer Wand eingemauerten Leiche. Die Spuren führen in die Vergangenheit zu der in Biebrich geborenen Politikerin Toni Sender, die unter den Nazis ins Exil ging. Richard Lifka trug aus dem Sammelband  "Luxemburger Leichen" seinen Text über eine Bombendrohung und natürlich noch die im Rheingauviertel spielende erste Folge seiner Wiesbadener Statteilkrimis  ("Domschatz")vor, die regelmässig im Wiesbadener Kurier/ Wiesbadener Tagblatt abgedruckt werden. Bei der Diskussion ging es vor allem um den Wert von Regiokrimis, die derzeit überall boomen. Im Gespräch erläuterten die Podiumsteilnehmer, was es mit dem Literatenstammtisch "Dostojewskis Erben" auf sich hat. Denn das zusammen schreiben, oder auch zusammen Lesen bei Projekten im Literaturhaus zeichnet diesen Club örtlicher Schreibender aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag 17. Juli

"Scherbenpark" in der Gerhard Hauptmann Schule

Wie im Vorjahr wurde auch 2014 wieder an der Gerhard Hauptmann Schule speziell für Jugendliche eine Theateraufführung zu den Kulturtagen eingeladen. Von Staatstheater Wiesbaden stand "Schrebenpark" auf dem Spielplan. Die Darsteller Carolin Freund und Thomas Jonas hatten die Inszenierung in eine szenische Lesefassung um gearbeitet. Die Geschichte um den russisch-deutschen Teenanger Sascha, der in einer Hochhaussiedlung lebt, und Gewalt in der Familie und auf der Straße erleben muss, fesselte die jungen Zuschauer. Zumal einige von ihnen im Gespräch erzählten, dass sie ebenfalls russische Wurzeln hätten, allerdings nicht so krasse Erlebnisse verarbeiten müßten. Wobei das Stück nach einem Roman auch absurd witzige Passagen hatte.

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 17. Juli

"Mir hunns!"- 100 Jahre Franz Bossong- Lesung im Stadtarchiv

Im Rahmen der laufenden Ausstellung zu "Lord Blummekohl" ließen Brigitte Forßbohm und Peter Silbereisen die satirischen Texte des Wiesbadeners aufleben. Aus seinem Blatt "Die Wäschbitt" kamen in einer Art Kunst-Hessisch vor allem Texte zu politischen Querelen um 1900 zu Gehör. War doch der sozialistische Slogan "Der Freiheit eine Gasse" Bossong, einem gleichzeitig passionierten Nassauer, eine Herzensangelegenheit. Wie immer stießen die Schilderungen vor allem zum Thema städtebauliche Unternehmungen wie Theater, Museum oder Dernsches Gelände ob ihrer immer noch gültigen Aktualität auf Erheiterung bei den Zuhörern.

 

 

 

 

 

 

Freitag 18.Juli

Biken und Klettern für Kids im Künstlerinnenviertel

Eine Aktion von Casa

Im grünen Parkstreifen bei ehemaligen Bahn-Stellwerk ist vor einiger zeit ein Bikerpark vom Verein Casa eingerichtet worden. Als Sommeraktion im Rahmen der Kulturtage war ab dem frühen Nachmittag eine Kasten-Kletterstation aufgebaut worden. Wegen der großen Hitze herrschte erstmal nicht so viel Treiben. Nachher gab es dann noch Bratwurst und Picknick unter Bäumen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 19. Juli

Workshop Silberringe

Atelier Alexandra Deutsch, Rüdesheimerstr. 36

http://www.alexandra-deutsch.de

Kunst kommt von Können, sagt ein altes Sprichwort. Im Sinne von "yes, we can!" ließen die Teilnehmerinnen vom Schmuckworkshop ihrer Kreativität freien Lauf. Angleitet von Fachfrau Alexandra Deutsch wurden in stundcenlanger Feinarbeit Rohlinge aus Spezialwachs erstellt, die dann in einer Werkstatt gegossen werden müssen. Zum Schluß ist mit Polieren nochmal Nacharbeit angesagt. Ergebnis sind absolute Unikate nach eigenem Design. Randbemerkung: Die quietschfarbenen Ringmodelle machten optisch auch schon etwas her. Zumal sie ein bißchen von den im Deutsch-Atelier befindlichen Objekten inspiriert zu sein scheinen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Die Leibspeisen der 131 Nationen"

Albrecht-Dürer-Schule

Eine Neuauflage erlebte die Reihe "Die Leibspeisen der 131 Nationen". Gabriele Kammerer vom Ortsbeirat und der Organisationsgruppe der Kulturtage hatte das Konzept entwickelt, dass jeweils zwei Gastfamilien in der Schulküche der Dürer-Schule eine landestypische Spezialität ihrer jeweiligen Heimat kochen. Diesmal waren Kamerun und Polen mit Schmorgerichten dran. Vorab gab es einige Erläuterungen zu den Staaten per Beamereinspielung. Wegen der Wärme fand das gemeinsame Essen diesmal im Innenhof statt, wo die mit Decken und Gläsern fein geschmückten Tische standen. Direktorin Marx begrüßte die Gäste. Ortsbeiratvositzende Angelika Kopp bekam eine goldene Friedenstaube überreicht, die von der Schule immer wieder leihweise an Partnerstädte oder Institutionen vergibt, um für zwischenmenschliches Miteinander zu werben.

Nachrichten Wiesbaden 21.07.2014

Wiesbaden: Köstliche „Leibspeisen“ aus Kamerun und Polen im Hof der Dürer-Schule

Gleich zweifach lecker: Spezialitäten aus Kamerun und Polen bei den „Leibspeisen“ der Kulturtage.
Foto: Joachim Sobek

Von Marianne Kreikenbom

WIESBADEN - „Bei gutem Wetter draußen!“ lautete hoffnungsvoll die Ankündigung von Folge Zwei der im vergangenen Jahr gestarteten Kultur-Koch-Reihe „Leibspeisen der 131 Nationen“. Eine Veranstaltung mit und in der Albrecht-Dürer-Schule anlässlich der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn, initiiert und auch in diesem Jahr wieder mit viel Engagement organisiert von Gabriele Kammerer, Vertreterin der Grünen im Ortsbeirat. Das Wetter spielte mit und bescherte den zahlreichen Besuchern am Samstag einen lauschigen Sommerabend an festlich gedeckten Tischen im Hof der Schule.  (....)

Ganzer Bericht im WK / TB unter: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/wiesbaden-koestliche-leibspeisen-aus-kamerun-und-polen-im-hof-der-duerer-schule_14350174.htm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachrichten Wiesbaden 21.07.2014

Wiesbaden: Köstliche „Leibspeisen“ aus Kamerun und Polen im Hof der Dürer-Schule

Gleich zweifach lecker: Spezialitäten aus Kamerun und Polen bei den „Leibspeisen“ der Kulturtage.
Foto: Joachim Sobek

Von Marianne Kreikenbom

WIESBADEN - „Bei gutem Wetter draußen!“ lautete hoffnungsvoll die Ankündigung von Folge Zwei der im vergangenen Jahr gestarteten Kultur-Koch-Reihe „Leibspeisen der 131 Nationen“. Eine Veranstaltung mit und in der Albrecht-Dürer-Schule anlässlich der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn, initiiert und auch in diesem Jahr wieder mit viel Engagement organisiert von Gabriele Kammerer, Vertreterin der Grünen im Ortsbeirat. (.):

Benannt ist die Veranstaltungsreihe wegen der insgesamt 131 verschiedenen Nationen, die laut Statistik in den fünf Vierteln des Ortsbezirks Rheingauviertel-Hollerborn vertreten sind. (.) Die diesjährigen Kochteams stammen aus Kamerun und Polen. Christiane Nkamgoue mit Tochter Cynthia und Daniela Velardita aus Douala, der größten Stadt Kameruns, zaubern eine wunderbare Erdnuss-Sauce mit Rindfleisch zu Garnelen und Gemüse in grüner Sauce zu Duftreis und gebratenem Hähnchenfleisch.

Die Mitglieder des polnischen Teams kommen aus Breslau, Lublin und Krasnik. Fürs leckere polnische Menü liefern Weronika Markiewicz Leberpastetchen in Blätterteig, Familie Krzyszton Frikadellen mit warmen Rote Bete und Dillkartoffeln sowie Agata und Maciej Piasecki mit Kamila Medykowska den Nachtisch: Apfelkuchen mit Vanillesauce und Eis. Die Jugendlichen berichten über die Herkunftsländer ihrer Familien und stellen je ein Rezept in Originalsprache und Übersetzung vor.

(.)

Ganzer Artikel: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/wiesbaden-koestliche-leibspeisen-aus-kamerun-und-polen-im-hof-der-duerer-schule_14350174.htm

Sonntag 20. Juli

Übergänge, 14 Uhr

im „Fragmente“, Eltviller Str. 2

Fotos, Texte, Hörperformance

von und mit: Ina Chorasch,  Christa Göppert, Inna Putsykina, Lutz Schauerhammer

Das Schwellenerlebnis „Übergänge sehen und hören“ war verbunden mit dem Eintauchen in einen Raum, weiß getüncht, über die Schwelle, direkt von der Straße aus zugänglich. Der Eingang, markiert mit Fotos von Stolpersteinen aus der Marcobrunnerstraße, gab bereits den Hinweis zum genauen Betrachten, sich Einlassen auf Bilder und Texte.

Im Ausstellungsraum selbst, regten die Fotoarbeiten zu neuem Eintauchen an. Die Darstellungen spielten mit räumlichen Übergängen und verwandelten konkret Gegenständliches, durch die den Wahl des Standpunkt und Perspektive, in abstrakt Gegenstandsloses. Über den Nachmittag verteilt, von der schmalen Treppe zur Empore aus, sprach Lutz Schauerhammer Texte von Franz Kafka und Gedichte von Mascha Kaléko, Herrmann Hesse und anderen. Die Gemeinschaftsdarbietung von Bild, Text und Hörerlebnis, war geprägt von einer Atmosphäre des konzentriertem Zuhörens und Schauens. Dazwischen ergaben sich anregende Gespräche, die zu einem vertiefenden Austausch und zu neuen Kontakten beitrugen.

Die Fotoausstellung ist bis ca. Mitte November noch während der Veranstaltungen von Fragmente (www.fragmente.de) zu sehen.

 

 

 

 

 

 

Sonntag 20.Juli

Mr. Leu Solo am Piano

Gut gebrüllt Mr. Leu!

Wiesbaden Premier vom ersten Solo des Comedy- und Songtalents im Rahmen der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn

Am Klavier des Hilde Müller Hauses  breitet Mr. Leu ein wahres Kaleidoskop von Klängen aus. Dabei scheint er die virtuosesten Figuren und Harmonien nur so aus dem Ärmel zu schütteln. Das ist beeindruckend und mitreißend, denn Mr. Leu groovt und swingt, dass es das Publikum vom ersten Moment an kaum auf den Stühlen hält. Seine Stimme hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor und ist als echtes Phänomen zu betrachten, denn sie scheint sowohl technisch als auch emotional wahrlich keine Grenzen zu kennen. Mit diesem bemerkenswerten Instrument singt er sich tief in die Herzen der Gäste.

Die Balladen sind musikalischen Geschichten aus der Feder seiner Helden: Tom Waits, Bob Dylan und Hank Williams, im Wechsel mit seinen selbst komponieretn Songs, die den großen Vorbildern absolut das Wasser reichen können. Mr. Leu's Stimme kann tief sein wie ein See, brüchig und verletzlich oder komödiantisch bissig. Sein Volumen ist erstaunlich. Wo nimmt der Mann bloß den Atem her für diese lang anhaltenden immer noch anschwellenden Töne, die wie ein wildes unbezähmbares Tier aus ihm heraus zu wachsen scheinen? Vor allem beherrscht er die heutzutage höchst selten geworden Kunst eines Sängers, wirklich zu berühren, mit jedem Song eine eigene Welt zu erschaffen, in die er das Publikum entführt.

Beim Singen die Augen stets geschlossen, ist Mr. Leu ganz bei sich, konzentriert sich mit Leib und Seele auf die Musik und schafft damit eine Atmosphäre die alle in Ihren Bann zieht. Als Überraschungs-Gast erscheint im zweiten Teil des Abends seine Gemahlin Evi Niessner auf der Bühne. Mit ihr gemeinsam ist er als Duo mit Namen Evi & das Tier bekannt. Die Harmonie zwischen den beiden ist deutlich spürbar. Wie aus einem Guss musizieren die beiden drei Songs, von denen besonders das selbst komponierte, sehr eigenwillige und markante "Tenderly blue" begeistert.

Zum Finale rockt Mr. Leu mit seinem eigenen Boogie Woogie "Livin' & Lovin'" noch mal so richtig die Hütte. Und am Ende dieses kurzweiligen Abends stehen Evi & Leu noch mal zusammen auf der Bühne, quasi unplugged, nur mit ihren beiden Stimmen und einer Ukulele. Tom Waits' "Innocent when you dream" erfüllt den Saal.

Montag 21. Juli

"Goethe in Wiesbaden"- Lesung vom Dichterpflänzchen

Piazza DaVinci, Künstlerinnenviertel

Volles Haus bei der lyrisch und amüsanten Lesung des Trios "Dichterpflänzchen" im italienischen Bistro am Christa-Moering-Platz. Die drei Rezitatoren Martha und Lutz Schauerhammer unterstützt von Ulla Cicconi brachten Anekdotisches zu den Wiesbadenaufenthalten des Dichterfürsten und passende Gedichte zu Gehör. So wurden die Ausflüge "ins Rheingau" mit Versen untermalt, genauso wie Poesie vorgetragen wurde, die damals in der Nassauischen Residenz entstanden sind wie Passagen aus dem "Öst-westlichen Divan".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag 24. Juli

"Mein Wilhelm Busch"

Rezitationsnachmittag mit Eugen Bolduan in Kirchengemeinde St. Andreas

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Versammlungsraum in St. Andreas war gegen 15 Uhr bestens gefüllt. Das Wiesbadener Urgestein Eugen Bolduan, dem man seine fünfundneunzig Jahre kaum ansah, rezitierte aus dem Kopf etliche Gedichte von Wilhelm Busch. Der Schopenhauer-Anhänger hat in seiner Poesie neben Genreszenen zum Alltag auch philosophische Erörterungen in Reime gefasst. Der Lebenslauf von der Wiege bis zur Bahre möglichst, oder die Kunst der Dichtung im Vergleich zur Malerei wurden thematisch und mit satirischer Verve auf gespießt. Von Beruf Lehrer in verschiedenen Gymnasien für Englisch und Geschichte war der Vortrag präzise und mit pointierten Gesten begleitet. Zum Amüsement aller sprach Bolduan den Song "I did it my way", welches eine seiner Lebensmaxime sei.

Als betagter Zeitzeuge erzählte Bolduan auch von seiner "Mamma", die ihn und seine Schwester kritisch gegenüber den Nazis erzogen habe. Ursprünglich Wandervogel wurde der junge Eugen nach der Gleichstellung aller Jugendverbände erst Mitglied der Hitlerjugend, ließ sich auf Überredung der Mutter bewußt raus werfen. Von seinen 14 Klassenkameraden habe er und ein Mitschüler nur verletzt überlebt. Zwei jüdische Kameraden konnten ins Exil flüchten. Dass seine eigenen Kinder und die jüngere Generation mit keinem Krieg in Berührung gekommen sind, erklärte Bolduan für einen Segen.

Als "Honorar" gab es vom veranstaltenden Ortsbeirat durch Peter Riedle einen antiquarischen Sammelband mit witzigen Zeichnungen und heiteren Gedichten.

 

Freitag 25. Juli

"Bienchens Geheimnisse", Naturschhutzhaus, Oberer Kirschpfad im Wellritztal

Bericht Wiesbadener Kurier / Wiesbadener Tagblatt 28.7. (in Auszügen)

Kinder besuchen Naturkundehaus in Wiesbaden

Von Daniel Eschmann

WIESBADEN - „Wollt ihr einen Honig probieren, den die Bienen am Naturschutzhaus produziert haben?“, fragt Andrea Wittgen die Kinder am Ende der Veranstaltung „Bienchens Geheimnisse für Kinder“, die im Rahmen der Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn stattfindet. Und natürlich wollen alle probieren.

Jedes Alter dabei

Zuvor ist Wittgen, die diese Führungen seit 2010 gestaltet, mit den Kindern durch den Garten des Naturschutzhauses gegangen. (...)

„Die Bienen mögen es ruhig, da braucht man Geduld. Und es ist besser, wenn man nicht vor ihrem Zuhause herumspringt“, erzählt sie den aufgeweckten Zuhörern. Und als sie davon berichtet, dass Bienen das heranziehende Gewitter nicht mögen und dass sie dann etwas unruhiger werden, wird sie selbst von einer gestochen. Aber das macht einer Imkerin nichts aus, und so geht die Gartenreise unvermittelt weiter. Wittgen imkert seit 2009 (...)Wittgen zeigt den Kindern den Pflaumenbaum und die gerade reifenden Brombeeren und erklärt ihnen, dass ohne die Bienen und andere Insekten dort keine Früchte wachsen würden. (...)

Die Kleinen erfahren auch, dass jedes Bienenvolk nur eine Königin hat, dafür aber vierzig- bis sechzigtausend Bienen, die Arbeiterinnen sind, und ein paar Drohnen. Dabei haben die kleinen Honigproduzenten richtig viel Arbeit, bis ein Glas mit Honig abgefüllt werden kann: „Wenn eine Biene alleine den Honig für ein 500-Gramm-Glas produzieren sollte, müsste sie drei Mal um die ganze Welt fliegen“, sagt Wittgen.

(...) Bei der abschließenden Honigverkostung bekommen die Kinder eine Karte mit der Aufschrift „ich bin ein Bienenfreund“ und kaum genug von der süßen Leckerei.

Ganzer Artikel: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/dreimal-um-die-erde-fliegen_14377600.htm

Freitag 25. Juli

"Die Welt ist Farbe"

Vernissage der Kunstarche Wiesbaden

Ganz großer Andrang bei der Eröffnung der noch bis zum dreizehnten September geöffneten Ausstellung mit dem Thema "Die Welt ist Farbe". Felicitas Resch von der Kunstarche hat aus den Beständen des im Stadtarchiv untergebrachten Werken Wiesbadener Künstler eine durchgehend spannende Auswahl zusammen gestellt. Der Bogen spannt sich von dynamisch-fließenden Farbspielen eines Otto Ritschl bis zu den elektronischen Lichtskulpturen eines Winfried Mühlum. Bürgermeister Arno Goßmann begrüßte die Gäste. Es sei seine erste Kunstausstellung, die er eröffne, gab er kund. Für den verein hatte er einen kleinen Sponsoringumschlag dabei. Als Referentin sprach Eva Reifert, und holte bis ins Mittelalter aus, um die scheinbar ganz einfache Beziehung von Menschheit und Farbe zu erklären.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag 25. Juli

"Africa"- Konzert und Party im Karibu

Nach dem interkulturellen Abend "Die 131 Leibspeisen der Nationen" mit Gerichten aus Kamerun uns Polen stellte sich im Lokal Karibu in der Dotzheimerstraße das Land Äthiopien mit einem Programm für Auge, Ohr und Magen vor. Bei südländischer Hitze nach heftigen Gewittern füllte sich die afrikanisch geschmückte Location schnell mit Gästen. Man war zum Essen gekommen, aber auch um Tanzdarbietungen und Krar-Musik zu genießen. Originell flossen bei der Veranstaltung ethnische Besonderheiten wie eine Kaffeezeremonie am Gasöfchen mit kolonialem Erbe farbenfroher Cocktails sowie Musiksupport aus dem Laptop entspannt und lässig zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 26. Juli

Open Office, 3 im Quartier

Projekte und Visionen konnte man entspannt bei Häppchen und Musik im Gemeinschaftsbüro in der Rüdesheimer Straße entdecken. Das Rheingauviertel beheimatet bekanntlich viele Büros der Kulturwirtschaft, was der Nachbarschaft meist nicht bekannt ist. Diesmal über Projektionen zeigte die "Planwerkstadt" ihre Arbeiten zur Entwicklung und Umsetzung von öffentlichem Raum. Was kreative Innen- und Außenarchitektur von Wiesbadener Köpfen sein kann zeigten Raimund Knösche und Edith Ruffert-Beyer. Für Jazz-Improvisationen sorgte das "Türrahmenkonzert". Mit Christow Thewes und seiner Posaune kamen atmosphärisch subtile Klänge in die Räume. Das reichlich kommen und gehende Publikum über Stunden zeigte, dass solche Tage der offenen Tür im Rahmen von Kulturtagen einen regen Austausch möglich machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 26.7.

Weine Europas- Ein weinliterarischer Streifzug mit Gerhard Becker

Zum dritten Mal stellte Gerhard Becker aus Oestrich –Winkel besondere Weine im Rahmen der Kulturtage 2014 vor; dieses Mal waren es „Weine Europas“. Am Beispiel von 11 europäischen Weinen präsentierte er hierzu spannende weinbauliche und kulturelle Informationen sowie einprägsame geschmackliche Erlebnisse. Die weinliterarische Führung wurde spontan von dem Rezitator Haller mit einprägsamen Versen unterstützt.

Über 50 Teilnehmer waren begeistert...und genossen – trotz sommerlicher Hitze – die kühlen Köstlichkeiten.

Bericht: Dr. H. Arnold

 

 

 

 

 

 

Sonntag 27. Juli

Streifzüge durch das Wellritztal- botanische Führung

und

Kehraus-Picknick

Wieder war das Interesse über den Bewuchs im Wellritztal näheres zu erfahren groß. Norberg Dörr wurde gleich mit soviel Fragen über Gräser, Büsche und Bäume bestürmt, dass die Tour anfangs kaum vom fleck kam. Durch sein Apothekerwissen gab es gleich ein paar Tipps zu essbaren Pflanzen, oder denjenigen, mit denen in der Antike schon Wunden vom Kriegern desinfiziert wurden. Selbst darüber, ob eine Blüte von vielen, oder nur von einer Schmetterlingsart bevorzugt wird, wurde gefachsimpelt.

Nach über einer Stunde kam es dann zum gemütlichen Ausschnaufen einer Resttruppe untrer denvom Sturm teils arg demolierten  Obstbäumen auf der Wiese Ecke Friedrich-Naumann-Straße und Kurt-Schumacher-Ring. Akkordeonist Ortwin Trapp sorgte mit seinem Stimmungsschlager aus den sechziger und siebziger Jahren für Laune und fleißiges Mitsingen. Streuselkuchen mit Schlagsahne, Wasser, Eistee und Frikadellchen sorgten für etwas Erfrischung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berichte, Fotos und Filme: Kathrin Schwedler