Kulturtage 2016 Galerie&Berichte

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28.Mai Eröffnung Moeringplatz Fest Samstag 28.Mai Künstleri/innern-Viertel

 

Es begrüßten Ortsbeiratsvorsteherin Gabriele Kammerer, Oberbürgermeister Sven Gerich und Festival-Managerin Kathrin Schwedler. Auf dem Platz war das Bistro DaVinci geöffnet, ein Crepes-Stand lockte mit Süßem, marrokanische Imbisse offerierte Benzamour. Hüpfburg, Büchsen werfen, Ballons um die Wette aufblasen, Torballwand und anderes sorgte für Spiellaune beui den Kindern. Als Bühnenprogramm gab es eine kleine Gala mit der Zirkus-Schule aus dem Bergkirchenviertel. John Pathic und seine Nachwuchstalente jonglierten. Musikalisch sorgte die Band Kaja für Singer-Songwriter-Stimmung.

29.Mai Führung neues und altes im Rheigauviertel

Bericht Führung Rheingauviertel Dr. Helmut Arnold

Wiesbaden: Streifzug durch die lebendige Geschichte des Rheingauviertels

Von Ingeborg Toth

WIESBADEN - „Hundertzehn Jahre gebaute, lebendige Geschichte in Wiesbaden – und darüber hinaus die Geschichte unserer Gesellschaft.“ Damit machte Dr. Helmut Arnold, Mitglied des Ortsbeirats Rheingauviertel und Vorsitzender des Nassauischen Vereins für Naturkunde, seine Führung durch ein Gründerzeitviertel, sein Viertel, interessant. Mit Kind und Kegel und einigen Hunden versammelten sich viele Wissbegierige am Sonntagmittag auf dem kleinen Plätzchen hinter der Ringkirche, um von der Marcobrunner Straße durch die Kiedricher- und die Oestricher Straße zum Zweiten Ring zu wandern. Bis zum Karlsbader Platz.

Streng genommen also ein Spaziergang durch das innere Rheingauviertel, in dem 8000 Menschen leben – das Gesamtquartier ist mit 20 000 Bewohnern viel größer. Die Ringkirche als Sammel- und Startpunkt war von Arnold mit Bedacht gewählt – steht sie doch weithin sichtbar für das Viertel. Sie steht gleichzeitig für eine bestimmte Entwicklungsphase der Stadt. Für jene unglaublichen Jahre ab 1865, in denen Wiesbaden von 30 000 auf 100 000 Einwohner wuchs – bis zur Jahrhundertwende. „Die Stadt ist geradezu explodiert.“ Mit ihr das Selbstbewusstsein der Wiesbadener, die zu Preußen und dem Kaiser standen. Man arrangierte sich gut mit den neuen Herrschern, so Arnold. Anders als die Frankfurter. In Frankfurt gründeten sich „Gesellschaften o. P.“ –„ohne Preußen“.

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Premiere "Ich packe meinen Koffer" am 2.6. in der Aula der Gerhart-Hauptmann-Schule

Es spielte Carolin Freund. Text und Dramaturgie: Kathrin Schwedler. Bei der Schüleraufführung um 15 Uhr folgten fast 150 Schüler der szenischen Lesung über den "Kindertransport" von Lori Neumann. Das perforamtive Stück besteht aus einem Infoteil via Beamerprojektionen und einem literarischen Teil mit einer Tagebuchlesung. Das Stück ist für Schüler ab 13 Jahren geeignet, und dauert rund 50 Minuten. Kontakt Prodution: kathrinschwedler@t-online.de

 

4 Juni RüdesheimerStraßenFest 2016: Dank an die Organisationscrew aus der Rüdesheimer 19! Belohnt wurde die Arbeit mit tollem Wetter und prima Stimmung "uff de Gass".Von Kinderwagen bis zum Rollator waren alle Generationen vertreten. Imbissstände, Weinbar beim WeinLänder, Prickelnde Getränke von Café Klatsch, Spielpark bei Nane Rosa, Nachbarschaftsflohmarkt, Kletterwand vom Deutschen Alpenverein, und unter anderem drei Bands und die Tanzschule Bühler mit ihren Choreographien sorgten für kulturelle Vielfalt. Fazit: Der Puls der Rheingauviertel schlug für einen Tag in dieser Straße.

4. Juni Offenes Atelier Alexandra Deutsch

Was sich in den Hinterhöfen der Rüdesheimer Straße tut konnte man am Beispiel des Ateliers von Alexandra Deutsch sehen. Die Künstlerin hat hier ihre Werkstatt, die von vielen farbigen Gebilden bevölkert ist. Bizarre Geschöpfe zwischen Pflanze und Unterwassertier. Für das Büffet hatte ein Trio aus Syrien gesorgt, das seit kurzem in einem Gemeinschaftsheim in Wiesbaden untergebracht ist. Für den Apfelkuchen, die Obstcrepes, dem Reissalat und verschiedenen Spezialitäten aus Kichererbsen hatte man zwei Tage emsig gewerkelt.

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Außergewöhnlich war die Beat-Poetry-Lesung in der Galerie21 in der Rüdesheimerstraße. Das Wetter spielte mit, sodaß das Publikum nicht nur in der Garagen-Galerie, sondern auch auf dem Vorhof Platz nehmen konnte. Zu den Kurztexten des Lesequartetts improvisierten die Blue Cats an zwei E-Gitarren im Solo und als Duo passende Sounds. Beobachtungen zum Stadtleben, philosophische Lyrik und Beatnik-Poetry wurden vorgetragen. Very groovy!

 

8.6. Mord im Rheingauviertel- Lesung uns Talk bei Kunstzimmer Nane Rosa

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Reichlich Blut floss bei der Krimilesung "Mord im Rheingauviertel" am 8.Juni. Im ‪‎ Kunstzimmer Nane Rosa hörten die Gäste Ausschnitte aus den Romanen von Jürgen Heimbach und Belinda Vogt. Unter der Moderation von Alexander Pfeiffer ging es diesmal um Bücher mit histroischer Thematik. Vogt hatte rund um den aktuellen Keltenkult eine mörderische Geschichte ersonnen. Der Mainzer Jürgen Heimbach las aus seiner Romantrilogie vor, die um 1950 in der Rheinhessischen Metropole spielt. Der für die Reihe neue Raum mit seinem heimligen Ambiente, leckeren Getränken und Imbissen und einer konzentrierten Atmosphäre erwies sich als idealer Vorlesesalon.

9.6. Beatnik-Poetry Galerie21

(Fotogalerie Facebook)

Außergewöhnlich war die Beat-Poetry-Lesung in der Galerie21 in der Rüdesheimerstraße. Das Wetter spielte mit, sodaß das Publikum nicht nur in der Garagen-Galerie, sondern auch auf dem Vorhof Platz nehmen konnte. Zu den Kurztexten des Lesequartetts improvisierten die Blue Cats an zwei E-Gitarren im Solo und als Duo passende Sounds. Beobachtungen zum Stadtleben, philosophische Lyrik und Beatnik-Poetry wurden vorgetragen. Very groovy!

9.6. Spielfest Casa e.v. Im Rad

 

10.Juni: Heimat der 131 Nationen, Dürer-Schule

Die kulinarisch-kulturelle Reihe zu den "131 Nationen" (das ist die Anzahl der im Quartier ansässigen Landsmannschaften) bestand dieses Jahr aus einer Theaterauffühung und einem gemeinsamen Essen. Das Wetter liess zu, dass man sich auf dem Innenhof an gedeckten Tischen niederlassen konnte. Stärken konnte man sich unter anderem mit deutschen Brezeln, russischen Pellemi und einer nordafrikanischen Suppe. Im Anschluss wurde in der Aula eine Performance zum Thema "Heimat" aufgeführt.

10. Juni Kunstarche: El canto quiere ser Luz- Konzert und Lesung zum Thema Lorca und Flamenco

10. Juni Kunstarche: El canto quiere ser Luz- Konzert und Lesung zum Thema Lorca und Flamenco

Noch bis Ende Juli läuft in der Kunstarche Im Rad 42 die Ausstellung "Spanien". Gezeigt werden Bilder Wiesbadener Künstler zur hispanischen Halblinsel. Naturskizzen stehen hier neben einer Reflektion auf Goya. Im Rahmen der Kulturtage lud der Verein zu einer konzertanten Lesung. Der Andrang war so hoch, das noch zusätzlich Stühle herbei geschafft werden mussten. Leila Haas rezitrierte nicht nur Verse von Lorca, sondern erläuterte einiges zu dessen Leidenschaft für den Flamanco. John Openheim an der Gitarre spielte durchaus komlexere Kompositionen unter anderem von de Falla weit entfernt von knalliger Touristenkost.

 

Bericht WK TB

Nachrichten Wiesbaden 13.06.2016

Albrecht-Dürer-Schüler zeigen bei Kulturtagen, was Heimat ist

Von Claudia Kroll-Kubin

WIESBADEN - Eine Schule mit 37 Nationen in einem Ortsbezirk, der 131 Nationen umfasst: Wie gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und Toleranz in einer gelebten, lebendigen Zusammenführung unterschiedlichster Kulturen und Religionen funktioniert, konnten die Gäste der „5. Kulturtage Rheingauviertel-Hollerborn“ am Freitag in der Albrecht-Dürer-Realschule erleben.

Die Friedensschule, die kulturelle Vielfalt als Chance erkennt und ihren Schülern zahlreiche Projekte zur Friedenserziehung anbietet, hatte zu einem internationalen Abend eingeladen – mit von Schülern eigens kreierten Suppen aus verschiedenen Ländern und einem kurzen Theaterstück zum Thema „Was ist Heimat?“, das die Botschaft des Abends unterstrich. „Es ist schön, auch einmal kulinarisch zu zeigen, was typisch für unser Land ist. Es hat großen Spaß gemacht, mit den anderen Mitschülern gemeinsam zu kochen“, sagen Ayoub und Souhaila, als sie im Schulhof ihre dampfende, marokkanische Suppe „Harira“ beherzt umrühren. „Wir sind alles Wiesbadener und gemeinsam Leben geht auch durch den Magen“, erklärt Schulleiterin Anna Marx. Sie freut sich, dass viele Gäste auch aus der direkten Nachbarschaft der Schule zum Fest gekommen sind.

„Wir wollen bei den Kulturtagen die Gesichter der 131 Nationen zeigen und die Albrecht-Dürer-Schule ist ein wichtiger Bestandteil unseres Viertels“, merkt die Ortsvorsteherin, Gabriele Maria Kammerer (Grüne), an, und ist gespannt auf das Theaterstück, das „perfekt“ zu den 131 Nationen passt. Ein Stück, bei dem sich die Schüler auf die Suche begeben, was Heimat eigentlich ist und was sie damit verbinden. In der Erkenntnis, dass „Heimat heißt, ich lebe!“ und Freundschaft über allem steht. (....)

Ganzer Bericht: Link via Facebookseite (Foto: Paul Müller)

 

12.Juni, Rückert-Lesung Dichterpflänzchen, Hilde Müller Haus

Sich gegen Fußball EM, Wilhelmstraßenfest und diverse andere unterhaltenden Veranstaltungen durch zu setzen mit einem literarisch und philosophisch anspruchsvollen Programm ist nicht einfach. Aber den Dichterpflänzchen ist es mit "Weltpoesie ist Weltversöhnung" gelungen einen harten Kern von über zehn Romantikinteressierte an zu locken. Es ging in dem einstündigen Vortrag um den in Schweinfurt geborenen Dichter Friedrich Rückert. Heutzutage ist er vor allem in Kreisen bekannt, die die Vertonungen seiner Lyrik von Robert Schumann oder Gustav Mahler kennen. Wobei Lutz Schauderhammer und seine vier Mitstreiter/innen den Schwerpunkt auf eine ideelle Weltreise legten. Denn Rückert war Orientalist, und eignete sich auch noch die Indische und chinesische Sprache an. Eingerahmt von biographischen Anmerkungen hörte man seine Übersetzungen des persischen Dichters Hafis kennen, von dem auch Goethe sich zu seinen Ost-Westlichen Divan anregen ließ.  Rozita Fazaee intonierte in sinnlich vollen Lauten Gedichte in Originalsprache. Arabischen Sprachklängen konnte man in den fließenden Reimen von Imru' al-Qais zu hören. Dass Rückert, der übrigens nur im Kopf seine Reisen in die östlichen Ländern antrat, und fast nur aus Büchern seine Spachkenntnis erwarb, auch Sinn für Humor hatte, zeigte ein Gedicht über die Türkei. Wenn man sich als Tourist um 1850 nach Konstantinopel in ehrwürdiger Tracht blicken ließe wäre man eine Witzfigur. Denn dann müsste man feststellen, dass auf der Strasse und vor allem in den vornehmen Villen alle versuchten möglichst mitteleuropäische zu leben. Dieser Konflikt zwischen Tradition und Moderne im Land am Bosporus, so muss man feststellen, existiert auch heute noch.